Innovationskraft in mittelständischen Familienunternehmen


Innovationen, so sagt die moderne Managementlehre, sind für Unternehmen einer entwickelten Volkswirtschaft unverzichtbare Voraussetzung des langfristigen Erfolges. Gilt dies auch für Familienunternehmen oder verhindert die ihnen oft nachgesagte Risikoaversion ein erfolgreiches Innovationsverhalten? Verfolgen Familienunternehmen im Bereich der Innovationen eine besondere, vielleicht sogar eine besonders nachhaltige Strategie? Wie ließen sich sonst die Erfolge bereits betagter Familienunternehmen, wie Freudenberg, Trumpf oder Kärcher erklären? 
 
Das ifm Mannheim erforscht, inwieweit spezifische Wertebilder und Unternehmenscharakteristika das Innovationsverhalten von Familienunternehmen beeinflussen. Auch die Frage, wie das Innovationsmanagement in Familienunternehmen prozessual und strukturell ausgestaltet ist, wird analysiert, um Ansatzpunkte für seine Verbesserung zu identifizieren. In diesem Zusammenhang bisher vollkommen ungeklärt ist, welche Rolle die Beziehungen zwischen Universitäten/außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Familienunternehmen für deren Innovationskraft spielen. Wie sind diese Beziehungen normativ und praktisch auszugestalten, damit die Innovationskraft der Familienunternehmen gestärkt wird? University-Industry-Relationships, insbesondere mit Fokus auf Wissens- und Technologietransfer werden so zu einem zentralen Forschungsthema am ifm Mannheim. Auf Seiten der Wirtschaft, werden neben den Großunternehmen auch der Mittelstand, insbesondere Familienunternehmen, aber auch Unternehmensgründungen als potentielle Rezipienten des durch staatliche Einrichtungen erzeugten Wissens betrachtet. Um das Innovationsverhalten von Familienunternehmen im Allgemeinen und die Zusammenarbeit von Familienunternehmen mit staatlichen Forschungseinrichtungen beim Thema Innovation im Speziellen besser zu verstehen, werden auch Ländervergleiche z.B. mit Frankreich und Polen durchgeführt.
Weiterhin geht das ifm Mannheim der Frage nach, ob Familienunternehmen anders auf politische Innovationsförderprogramme reagieren als die übrigen Unternehmen und welche möglichen Implikationen oder politischen Interventionen auf dieser Informationsbasis zu empfehlen wären.

Innovationen sind für den langfristigen Erfolg von Unternehmen unerlässlich. Viele Familienunternehmen haben sich durch erfolgreiche Innovationen als Hidden Champions, dass heißt als Weltmarktführer in einer signifikanten Marktnische, etabliert und verteidigen diese Stellung durch ständige technologische Weiterentwicklung erfolgreich. Das Umfeld hat sich dabei in den letzten Jahrzehnten allerdings gravierend verändert. Was früher noch aus dem Bauch heraus entschieden werden konnte, erfordert heute eine genauere Planung und professionelle Umsetzung. In der Vergangenheit haben viele Familienunternehmen vielfach intuitiv das Richtige getan. Aber ist dieses Bauchgefühl ausreichend, ist es noch zeitgemäß? Sichern daraus resultierende Entscheidungen den Erhalt des Unternehmens für die nachfolgenden Eigentümergenerationen und seine Mitarbeiter?
Im Rahmen des Forschungsschwerpunkts Innovationskraft in Familienunternehmen, werden die Besonderheiten von Familienunternehmen und in diesem Zusammenhang vor allem auch mittelständischer Unternehmen in Bezug auf die Neu- und Weiterentwicklung von Produkten und Prozessen untersucht. Dies betrifft die komplette Bandbreite unternehmerischer Aktivitäten, von der Idee über die Entwicklung bis hin zur Umsetzung bzw. Einführung der jeweiligen Innovation im Markt oder im Unternehmen. Daraus werden die generellen Chancen und Risiken für das Innovationsmanagement im Mittelstand identifiziert. Neben den bereits genutzten Innovationswegen werden somit auch Verbesserungspotenziale abgeleitet.
Eine weitere Frage ist, inwieweit öffentliche Förderprogramme zur Unterstützung von Innovationen vom Mittelstand in Anspruch genommen werden und ob diese zielgerichtet konzipiert sind, d.h. inwieweit sie sinnvoll und wirksam sind. Dies schließt u.a. die Frage ein, ob die gewollte Zielgruppe erreicht wird, ob der Förderzweck erfüllt wird oder ob es bessere Alternativen gibt, öffentliche Fördergelder zu verteilen.

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