Einfach intuitiv - Kompetenzzentrum Usability an der Universität Mannheim


Im Februar 2013 wurde, mit Unterstützung des Bundeswirtschaftsministeriums, ein Kompetenzzentrum für Usability an der Universität Mannheim eingerichtet. Damit werden zentrale Erkenntnisse der ifm/INES Studie „Usability in Germany“ in die Praxis umgesetzt und mittelständische Unternehmen beim Wissensaufbau zum Wettbewerbsfaktor „Benutzerfreundlichkeit“ unterstützt.

„Mittelständlern außerhalb der IT-Branche ist kaum bewusst, welche Bedeutung eine hohe Gebrauchstauglichkeit von Software für das eigene Geschäft hat. Häufig wird Usability beim Einkauf noch nicht einmal explizit eingefordert“, erklärt Prof. Dr. Michael Woywode vom Institut für Mittelstandsforschung (ifm) an der Universität Mannheim. Prof. Woywode ist Verbundkoordinator des Konsortiums, das hinter dem Kompetenzzentrum Usability steht. Weitere Mitglieder sind Prof. Dr. Alexander Mädche vom Institut für Enterprise Systems (INES) der Universität Mannheim, Dr. Markus Plach von der ERGOSIGN GmbH, Prof. Dr. Dieter Wallach von der Fachhochschule Kaiserslautern, Dr. Oliver Grün vom Bundesverband IT-Mittelstand und Siegfried Muckenschnabl vom TÜV Süd. Das Kompetenzzentrum wird im Rahmen der Initiative „Mittelstand digital“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWI) etabliert. Seine Aufgabe: „Es soll mittelständischen Softwareherstellern und -anwendern helfen, zu den Entwicklungen in der Nutzerfreundlichkeit insbesondere in den USA aufzuschließen“, so Prof. Woywode.

Noch hinkt Deutschland hinterher, wenn es um Usability, Gebrauchstauglichkeit und User Experience geht. Das ist das Ergebnis der empirischen Studie „Gebrauchstauglichkeit von Anwendungssoftware als Wettbewerbsfaktor für kleine und mittlere Unternehmen (KMU)“, die Woywode, Mädche, Wallach und Plach 2011 im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWI) durchgeführt haben. Dafür wurden 28 Experten eingehend interviewt und über 300 ausführliche Fragebögen von mittelständischen Firmen (Softwarefirmen und Anwender) ausgewertet. Die Ergebnisse der Studie sind nachzulesen unter www.usability-in-germany.de/ergebnis

„Mit einem eigens erstellten Usability-Managementkonzept soll das Kompetenzzentrum jetzt im nächsten Schritt den Abstand zum internationalen Markt verringern und Mittelstand und Handwerk, die nicht bei jeder Innovation gleich einen Mitarbeiter abstellen können, relevantes Wissen zur Verfügung stellen sowie bei der Auswahl geeigneter Dienstleister unterstützen, die Mittelständler kompetent und transparent beraten können“, beschreibt Prof. Woywode die Funktion des Kompetenzzentrums Usability. Durch Einbindung von Anbietern, Dienstleistern und Nutzern soll so die heute stark technologische Betrachtung von Software um benutzerzentrierte Gestaltung und damit verbundene betriebswirtschaftliche Potentiale erweitert werden.

Um dieses Managementkonzept populär zu machen, muss es Anwendern klare Vorteile bringen, machbar und überprüfbar sein und durch qualitativ hochwertige Standards Orientierungshilfe geben.

Dies wird in vier Schritten erreicht:

1. Das Kompetenzzentrum entwickelt ein auf den deutschen Mittelstand angepasstes Usability-Managementkonzept, das es Softwareherstellern und Endnutzern ermöglicht, bei der Auswahl, Einführung, Nutzung und Entwicklung von Anwendungssoftware im Unternehmen Usability-Praktiken zu verankern.

2. Es wird ein Beraternetzwerk für den Mittelstand und das Handwerk aufgebaut. Als Entscheidungshilfe werden Standards zur Zertifizierung und Lizensierung von Beratungen, Beratern und Software erarbeitet.

3. Das Managementkonzept wird medial off- und online aufbereitet, ein Lehrbuch mit begleitenden Materialien zum Selbststudium erstellt. Eine Webseite berichtet über aktuelle Projekte im Beratungs-Netzwerk. Mit einer Roadshow und begleitenden Vorträgen wird das Konzept direkt mit den mittelständischen Softwarefirmen diskutiert.

4. Eine Internet-Community hilft Mittelstand, Beratern und Kompetenzzentrum im Gespräch zu bleiben und gemeinsam Wissen aufzubauen. Folge-Studien helfen, die Ergebnisse zu überprüfen. Auf regelmäßigen Netzwerktagungen werden Erkenntnisse sowie aktuelle Usability-Entwicklungen diskutiert.

„Gebrauchstauglichkeit muss als bedeutender Wettbewerbsfaktor begriffen werden“, erklärt Prof. Woywode die Ziele des Projektes. Speziell für die Bedürfnisse des deutschen Mittelstandes entwickelte Konzepte und so gebündeltes Wissen bringen einen hohen Nutzen für die Zielgruppe. Das erhöht die Chancen einer schnellen Verbreitung. Die Einbeziehung bereits vorhandener Strukturen in der mittelständischen Beratung werde das zusätzlich unterstützen. Nach einer Startphase in der Region Rhein-Neckar wird eine überregionale Einbindung angestrebt.

Konkret geplant sind die Nutzung von Usability-Laboren, unterstützenden Softwarewerkzeuge und einem Change-Management Konzept, das auf den spezifischen Reifegrad des Unternehmens abgestimmt ist. Das Konzept ist offen für kommende technologische Entwicklungen, die schnell ins Netzwerk einfließen können.

Durch die Initiierung eines Usability-Vereins mit Beratungen, Softwareproduzenten und anderen relevanten Akteuren als Mitglieder sowie durch das Schaffen einer Mittelstands-spezifischen Wissensbasis und die Etablierung von Standards in Form von Zertifizierungen und Lizensierungen wird sich das aufgebaute Usability-Netzwerk nach Ablauf der dreijährigen Projektlaufzeit wirtschaftlich selbst tragen können.

Prof. Woywode: „Ein wesentlicher Faktor wird die regelmäßige Interaktion und Kommunikation mit den Nutzern des Managementkonzepts sein, damit nicht akademische Ziele sondern praxisnahe Vorschläge den mittelständischen Firmen wirklich konkreten Nutzen in der alltäglichen Arbeit bieten können.“

Das UIG Kompetenzzentrum ist Teil der Förderinitiative „Einfach intuitiv – Usability für den Mittelstand“, die im Rahmen des Förderschwerpunkts „Mittelstand-Digital – IKT-Anwendungen in der Wirtschaft“ vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) gefördert wird. Der Förderschwerpunkt unterstützt gezielt kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie das Handwerk bei der Entwicklung und Nutzung moderner Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT). „Mittelstand-Digital“ setzt sich zusammen aus den Förderinitiativen „eKompetenz-Netzwerk für Unternehmen“ mit ca. 40 eBusiness-Lotsen, „eStandards: Geschäftsprozesse standardisieren, Erfolg sichern“ mit derzeit 11 Förderprojekten und „Einfach intuitiv – Usability für den Mittelstand“ mit zurzeit 10 Förderprojekten.


Links:

www.usability-in-germany.de

www.mittelstand-digital.de

18.03.13

 

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