Bundesregierung veröffentlicht ifm-Studie zur "Vereinbarkeit in Migrantenunternehmen"


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Parallel zum Integrationsgipfel wurde nunmehr die vom ifm Mannheim im Auftrag des Bundesfamilienministeriums erstellte Studie zur "Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Migrantenunternehmen" der Presse vorgestellt.

Die Untersuchung des ifm liefert eine Vielzahl an Erkenntnissen, unter denen sich drei Befunde besonders herausstellen lassen:

1. Zwar  hat – bedingt durch die kleinbetriebliche Struktur – nur etwas mehr als jedes zweite Migrantenunternehmen Beschäftigte, die sich um Kinder oder andere Familienangehörige kümmern müssen. Doch in der Gesamtsicht ändert dies nichts daran, dass die Beschäftigten in Migrantenunternehmen in beachtlichem Maße vom Problem der Vereinbarkeit von Familie und Beruf betroffen sind. Die soziodemographische Struktur der Beschäftigten spricht sogar dafür, dass hier noch dringlicher eine familienfreundliche Personalpolitik vonnöten ist.

2. Aus einem Vergleich mit dem „Unternehmensmonitor Familienfreundlichkeit“ wird ersichtlich, dass Migrantenunternehmen ihren Beschäftigten bereits zu einem ähnlich hohen Anteil wie die übrigen Unternehmen jeweils mindestens ein Angebot zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf unterbreiten. „Mindestens eine“ Maßnahme ist aber eine niedrige Messlatte und ist ersichtlich zu wenig, um den diversen Lebenslagen und Bedürfnissen der Beschäftigten gerecht zu werden. Daher kommt es darauf an, den Umfang und die Breite an Maßnahmen zu vergrößern.

3. Erkenntnisse darüber, welche Faktoren eine familienfreundliche Personalpolitik bestimmen sind von enormer Bedeutung für die Gestaltung und vor allem für die Ausrichtung politischer Initiativen zur Unterstützung von Migrantenunternehmen. Denn sie weisen darauf hin, dass es weniger auf die – nur schwer veränderlichen – betrieblichen Strukturmerkmale von Migrantenunternehmen als vielmehr auf das Wissen und den Informationsstand der Entscheidungsträger in diesen Unternehmen ankommt. Genau hier greifen dann auch die Instrumente, die den öffentlichen Institutionen auf der lokalen und auf der Bundesebene zur Verfügung stehen.

Insbesondere letztgenannte Erkenntnis ist für die politischen Handlungsansätze entscheidend, da Informationen und Wissen der zentrale Hebel für die Gestaltung und Ausrichtung von politischen Handlungsmöglichkeiten sind. Das ifm hat hierfür entscheidende Grundlagen geliefert. Es kommt nun darauf an, die bereits bestehenden Förderinitiativen in ihrer gesamten Breite den Bedürfnissen von Migrantenunternehmen anzupassen, aber vor allem die öffentlichen Angebote direkt an diese Unternehmen zu adressieren.

Die Pressemitteilung des Bundesfamilienministeriums und die Studie stehen nachfolgend zum Download bereit. Eine Kurzfassung der Studie ist im Druck und wird durch das Ministerium herausgegeben.

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28.05.13


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