Neue Studie zur Mitarbeitergewinnung und Mitarbeiterbindung in Familienunternehmen der Öffentlichkeit vorgestellt


Im Rahmen einer Pressekonferenz der IHK Rhein-Neckar wurde die vom ifm Mannheim verfaßte Studie "Mitarbeitergewinnung und -bindung in mittelständischen Familienunternehmen" vorgestellt. Dr. Detlef Keese und Diplom-Volkswirt Niclas Rüffer vom Forschungsbereich Familienunternehmen präsentierten die wichtigsten Ergebnisse der Studie. Insgesamt wurden in 50 Unternehmen der Rhein-Neckar-Region sowohl die Unternehmer selbst als auch Mitarbeiter zur Attraktivität des Unternehmens als Arbeitgeber und zu den Strategien der Mitarbeitergewinnung und -bindung befragt.

Die Studie zeigt eindrucksvoll, dass die Familienunternehmen in der Rhein Neckar Region bereits heute die unterschiedlichsten Strategien und Praktiken entwickelt haben, um gute Mitarbeiter zu gewinnen und zu halten.

Die Familienunternehmen heben ungenutzte Beschäftigungsotentiale, indem sie bereits sehr früh an Schulen aktiv herantreten, dort Vorträge halten oder über großzügig angebotene Praktika dem Nachwuchs eine Chance geben. Junge Berufseinsteiger, die in einzelnen fachlichen Bereichen Schwächen haben mögen, werden von den Familienunternehmen häufig gezielt gefördert. Aber auch ältere Arbeitnehmer werden verstärkt umworben und ihren Stärken entsprechend von den Familienunternehmen eingesetzt. Auch unter den Frauen, insbesondere bei den jungen Müttern, finden Familienunternehmen häufig zusätzliche Arbeitskräfte. Angesichts von 500.000 offenen Stellen ist es nur zu verständlich, dass sich Familienunternehmen intensiv um passende Neueinstellungen bemühen.

In der Studie zeigte sich eindrucksvoll, dass Familienunternehmen in der MRN heute verstärkt auf Migranten als willkommene Arbeitskräfte setzen. In den unterschiedlichsten Tätigkeitsbereichen, so zum Beispiel in der Pflege, auf dem Bau, im Transport und der Logistik, in der Entwicklung oder der Produktion kommen sie zum Einsatz. Dabei stammen die ausländischen Mitarbeiter aus den unterschiedlichsten Ländern und Kulturkreisen, jedich vorwiegend aus Süd- und Osteuropa. Die Familienunternehmen werben aktiv im AUsland für den eigenen Mitarbeiternachwuchs. Das mag zwar anfangs eine teure Personalrekrutierungsstrategie sein, langfristig zahlt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit aus. Es ist zu erwarten, dass die Abhängigkeit der Familienunternehmen von ausländischen Mitarbeitern in den kommenden Jahren noch weiter ansteigen wird.

Familienunternehmen in der Metropolregion profitieren davon, dass sie älteren Führungskräften aus den Großunternehmen attraktive Angebote machen können und so Zugang zu hoch qualifizierten externen Mitarbeitern erhalten. So gelangt Managementwissen, das in den Großunternehmen angewendet wird zeitverzögert auch in den Familienunternehmen, was wiederum die Professionalisierung dieser Unternehmensgruppe vorantreibt. Letztlich bildet sich ein personalwirtschaftliches Gleichgewicht heraus, in dem Großkonzerne und Familienunternehmen kooperativ zusammenarbeiten.

Schließlich setzen Familienunternehmen konsequent auf ihre Stärken, um Mitarbeiter an sich zu binden. Die Familienunternehmen pflegen ihre familiäre Unternehmenskultur, die sie attraktiv macht für die eigenen aber auch neue Arbeitnehmer. Der Umgang zwischen den Mitarbeitern ist betont human und gibt Raum für unterschiedlichste Lebensentwürfe. Familienunternehmen zeigen hier eine erstaunlich hohe Flexibilität. Die Orientierung der Familienunternehmen ist betont langfristig, was auch die Karrierewege der MitarbeiterInnen gut planbar macht.

Insgesamt kommen wir in unserer Untersuchung von Familienunternehmen im Rhein Neckar-Raum zu dem Schluß, dass sich Familienunternehmen gut an die lokalen Arbeitsmärkte angepaßt haben. Dabei ist die Ansiedlung in der Peripherie, d.h. im ländlichen Raum nicht unbedingt ein Nachteil. Im Gegenteil: Die Treue zum Unternehmen ist an ländlichen Standorten ausgeprägter, das Lohnniveau niedriger und die Konkurrenz um Spezialisten tendenziell geringer.



04.10.13


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