Neuauflage der Studie "Die volkswirtschaftliche Bedeutung der Familienunternehmen" erschienen


Seit einem guten Jahrzehnt lässt die Stiftung Familienunternehmen regelmäßig die volkswirtschaftliche Bedeutung der deutschen Familienunternehmen von den beiden Mannheimer Wirtschaftsforschungsinstituten Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) und Institut für Mittelstandsforschung (ifm) Mannheim untersuchen. Nach der neu vorliegenden Studie haben die 500 größten deutschen Familienunternehmen ihren Personalbestand von 2006 bis 2014 um 19 Prozent und damit überproportional gesteigert. Die Gesamtbeschäftigung in Deutschland wuchs im gleichen Zeitraum nur um 14 Prozent, die der 27 DAX-Unternehmen, die nicht im Familienbesitz sind, lediglich um zwei Prozent. Doch das ist nicht die einzig überraschende Erkenntnis der Studie.

Weiterhin ist interessant, dass die großen deutschen Familienunternehmen, im besagten Zeitraum, weltweit prozentual mehr neue Arbeitsplätze geschaffen haben als im Inland. "Dies zeigt zum einen, dass deutsche Familienunternehmen die Notwendigkeiten der Globalisierung erkannt haben und vielfach bereits gut aufgestellt sind. Zum anderen werden aber auch die Herausforderungen für die deutsche Wirtschaftspolitik deutlich, die dafür sorgen muss, dass die Auslandsmärkte für deutsche Unternehmen leicht zugänglich bleiben", gibt Prof. Michael Woywode, der Leiter des Instituts für Mittelstandsforschung Mannheim, zu bedenken.

Die Untersuchung weist auch nach, dass die Mehrzahl der 500 größten Familienunternehmen keineswegs durch Defizite im Bereich der Nachfolge frühzeitig zum Scheitern verurteilt ist. Die Studie belegt, dass mehr als die Hälfte von ihnen bereits seit den 20er-Jahren des letzten Jahrhunderts existieren. 26 von ihnen lassen sich in ihrer Entstehung sogar bis vor das Jahr 1800 zurückverfolgen. „Die Studie beweist damit, dass es der Mehrzahl der größten Familienunternehmen gelungen ist, die schwierigen Klippen der Nachfolge über Generationen hinweg erfolgreich zu meistern“, konstatiert Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Brun-Hagen Hennerkes, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Familienunternehmen.

In ihrer Studie haben ZEW und ifm Mannheim weiter untersucht, in welchem Umfang die Gesamtheit der deutschen Familienunternehmen Einfluss auf die deutsche Wirtschaft ausüben. Alle Familienunternehmen zusammengenommen halten einen Anteil von 91 Prozent an den privatwirtschaftlichen Unternehmen Deutschlands. 57 Prozent der Beschäftigten in Deutschland arbeiten in familienkontrollierten Unternehmen und sie erwirtschaften etwa 55 Prozent des Gesamtumsatzes. Ein deutsches Spezifikum ist der mit 45 Prozent hohe Anteil der Familienunternehmen an den Großunternehmen mit 50 Millionen Euro Umsatz und mehr. Die überwiegende Zahl der Familienunternehmen besteht zwar aus kleinen Firmen mit weniger als zehn Beschäftigen. Trotz ihrer geringen Größe besitzen sie jedoch für die Volkswirtschaft eine entscheidende Bedeutung.

 

Download der Studie unter:

http://www.familienunternehmen.de


16.03.17


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