Das dritte i-share Symposium zu den gesamtgesellschaftlichen Wirkungen der Sharing Economy war ein großer Erfolg


Tauschen, mieten, leihen - Welchen Beitrag kann die Sharing Economy zum nachhaltigen Wirtschaften in Deutschland leisten? Mit dieser Frage beschäftigte sich das dritte Symposium zur Sharing Economy im Rahmen des BMBF geförderten i-share Forschungsprojektes, das diesmal an der Universität Mannheim stattfand.

Die verschiedenartigen Geschäftsmodelle der Sharing Economy Organisationen versprachen und versprechen, in unterschiedlicher Form zu ökonomischen, sozialen und ökologischen Zielen beizutragen. Es fehlen jedoch bisher sowohl eine systematische Bestandsaufnahme als auch ein Vergleich der verschiedenen Geschäftsmodelle. Weiterhin sind die Voraussetzungen, unter denen Geschäftsmodelle der sharing economy ihre positiven und negativen Wirkungen entfalten, ungeklärt. Schließlich fehlt eine Abschätzung des aktuellen und des zukünftigen gesamtgesellschaftlichen Beitrags der Sharing Economy Organisationen. Ziel des i-share Forschungsprojektes ist es, diesen Beitrag quantitativ abzuschätzen.

Drittes i-share Symposium

Das dritte ishare-Symposium war dem wissenschaftlichen Austausch und der Diskussion von bisher erzielten Forschungsergebnissen zur sharing economy gewidmet. Damit unterschied es sich von den beiden ersten Symposien, bei denen auch die Sharing Economy Organisationen selbst, Sharing-Verbände oder die Politik zu Worte kamen.

In einem ersten Vortrag ging Achim Oberg (Universität Mannheim und Wirtschaftsuniversität Wien) der Frage nach, wie verbreitet das Sharing Phänomen überhaupt in Deutschland ist. Wie viele Organisationen und Initiativen sind aktiv? Wie verteilen sich diese geographisch Organisationen und wie nach inhaltlichen Schwerpunkten? Ist die Sharing Economy ein rein urbanes Phänomen? Hierzu wurden Ergebnisse aus einer aufwändigen i-share Kartierung vorgestellt.

Philipp Mosmann (Universität Göttingen) analysierte historische Formen der Sharing Economy - wie Allmende und Genossenschaften - und diskutierte mögliche zukünftige Entwicklungen. Der einprägsame Titel seines Vortrages lautete: "Von der ruralen Notwendigkeit zum urbanen Lifestyle: Historische Formen und Entwicklungen einer Sharing Economy".

Sebastian Vith (Wirtschaftsuniversität Wien) untersuchte in seinem Vortrag, welche externen Faktoren beeinflussen, ob Behörden und Politik die Sharing Economy eher als Herausforderung oder als Chance begreifen? Welche Steuerungsinstrumente werden zur Regulierung oder zur Förderung der Sharing Economy eingesetzt? Am Beispiel von 20 Global Cities zeigte Sebastian Vith, wie die öffentliche Hand steuernd eingreift, um die Chancen der Sharing Economy zu nutzen und die Risiken in den Griff zu bekommen.

Georg Reischauer (Hertie School of Governance) analysierte in seinem Vortrag Praktiken zur Ermutigung der Teilnahme in Online Communities. Er berichtete hierzu Ergebnisse aus einer aktuellen qualitativen empirischen Studie zu 23 Unternehmen der Berliner Sharing Economy.

Alexander Frey (Universität Augsburg) untersuchte im Anschluss die Auswirkungen der Sharing Economy auf die Tourismusindustrie. Basierend auf qualitativen Daten zu möglichen positiven und negativen Effekten der Sharing Economy, zeigte diese Studie u.a. auch Handlungsempfehlungen für Politik, Plattform-Provider und Nutzer von Sharing Economy Angeboten auf, um negative Auswirkungen abzumildern und positive zu befördern.

Dominika Wruk und Marina Friedrich (Uni Mannheim) stellten schließlich das i-share Wirkungsmodell der Sharing Economy vor. Dieses Modell soll dabei helfen, die gesamtgesellschaftlichen Wirkungen der Sharing-Organisationen zu quantifizieren. Dabei werden sowohl ökonomische, ökologische als auch soziale Wirkungen der Sharing Economy analysiert.

Zum Abschluss der Veranstaltung fand noch eine kurze Zusammenschau der Ergebnisse des Konferenztages statt und es wurden Termine für das vierte I-share Symposium, das am 26. April 2018 in Berlin stattfindet, sowie weitere Veranstaltungen im Zusammenhang mit der Sharing Economy angekündigt.

Zum i-share Projekt

An dem i-share Forschungsprojekt, das in der Förderlinie „nachhaltiges Wirtschaften des BMBF“ verortet ist, sind 5 Lehrstühle von vier Universitäten beteiligt: der Lehrstuhl für Organisation und Unternehmensentwicklung von Indre Maurer an der Universität Göttingen, der Lehrstuhl für information systems and management von Daniel Veith an der Universität Augsburg, der Lehrstuhl für Organization, Strategy and Leadership von Johanna Mair an der Hertie School of Governance sowie die Lehrstühle für Non Profit/ Public Management von Bernd Helmig und der Lehrstuhl für Entrepreneurship/ifm Mannheim von Michael Woywode an der Universität Mannheim.

 


14.11.17


Initiativen und Portale des ifm:
Dr. Achim Oberg
Dr. Dominika Wruk