Weltflüchtlingstag am 20. Juni: Projektupdate der vielseitigen Forschung am ifm zur Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten


Das Team Neue Selbständigkeit des Instituts für Mittelstandforschung befasst sich derzeit mit fünf verschiedenen Projekten zum Selbständigkeitspotenzial und zur Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten. Im Folgenden finden Sie einen kurzen Überblick über die laufenden Projekte

Erfolgsfaktoren der Unterstützung von Gründungen durch Geflüchtete

Im Sommer 2017 vertraute die Schöpflin Stiftung Projektträgern in Freiburg, Saarbrücken, Hamburg und Berlin das Projekt „Perspektive: (neu)Start – Förderung von Gründungsunterstützung für Menschen mit Fluchtgeschichte" an. 40 gründungsinteressierte Geflüchtete nehmen insgesamt an den Inkubationsprojekten teil, die sich inzwischen ihrer Endphase befinden. Das ifm ist für die wissenschaftliche Begleitung der Projekte zuständig und hat in diesem Prozess bisher qualitative indepth-Interviews und Befragungen mit den Projektträgern und den teilnehmenden geflüchteten Gründungsinteressierten durchgeführt. Die interessanten Erkenntnisse aus den Pilotprojekten münden in einem Abschlussbericht, der Ende des Jahres erscheint.

 

Frauen mit Fluchterfahrung gründen

Das Institut für Mittelstandsforschung ist mit der wissenschaftlichen Begleitung der start-up Beratung für geflüchtete Gründerinnen im Rhein-Main Gebiet von jumpp e.V. betraut. Das Projekt „Frauen mit Fluchterfahrung gründen“ ist deutschlandweit einzigartig, da es drei Jahre lang geflüchteten Frauen auf dem Weg zur Unternehmensgründung mit Rat und Tat zur Seite steht. Das ifm gibt dabei prozessbegleitend während der gesamten Projektlaufzeit Impulse aus dem aktuellen Stand der Forschung. Darüber hinaus werden neue Erkenntnisse zum Themenbereich Selbständigkeit von geflüchteten Frauendurch Expertengespräche mit Arbeitsmarktakteuren sowie qualitative und quantitative Analysen mit den Teilnehmerinnen des Projekts generiert.

 

Potenziale und Hemmnisse der Integration von Geflüchteten in die Arbeitsmärkte der Städte und Gemeinden in Baden-Württemberg

Die großzahlige multilinguale Befragung “Working in Germany” in den Landkreisen der vier Regierungsbezirke Baden- Württembergs fokussiert die Erfahrungen und Erwartungen der Asylsuchenden beim Zugang zum Arbeitsmarkt, sowie die dabei bestehenden Hemmnisse und Unterstützungsstrukturen vor Ort. Unsere Interviewerteams konnten bereits mehr als 1000 Interviews mit Geflüchteten in der Vorläufigen Unterbringung und in der Anschlussunterbringung auf Arabisch, Persisch und Englisch führen.

 

Gründungspotenzial von Geflüchteten – Selbständigkeit als Weg zur Arbeitsmarktintegration

Das von der Friedrich-Ebert Stiftung geförderte Forschungsprojekt befasst sich mit dem Gründungspotenzial von Geflüchteten und untersucht hierbei, inwieweit Menschen mit Fluchtbiographie selbständigkeitsrelevante Ressourcen und Neigungen besitzen; sowie welche Chancen und Hemmnisse diesbezüglich zum Tragen kommen. Durch die Identifizierung maßgeblicher Kontextfaktoren kann auch die Rolle selbstständiger Erwerbsarbeit bei der Eingliederung in Wirtschaft und Gesellschaft beurteilt werden. Die multimethodische Datenerhebung basierend auf Sekundärdatenanalysen, Experteninterviews, Interviews mit geflüchteten Gründern und eigenen Umfragen ist weitestgehend abgeschlossen und die Datenanalyse läuft.

 

Evaluation im Rahmen des Paktes für Integration

Das Land Baden-Württemberg stellt mit dem Pakt für Integration den Kommunen des Landes über die Jahre 2017 bis 2019 insgesamt 320 Millionen Euro für spezielle Integrationsförderprogramme und die allgemeine Integrationsarbeit vor Ort zur Verfügung. Kernstück dabei ist der Einsatz sogenannter "Integrationsmanager", die eine enge fallweise Betreuung der Geflüchteten nach dem Prinzip Fordern und Fördern umsetzen sollen. Das ifm leitet dabei federführend die vom Ministerium für Soziales und Integration initiierte Evaluation der Wirkung des Einsatzes von Integrationsmanagern und wird dazu zum Ende der Förderlaufzeit 2020 einen ausführlichen Bericht vorlegen.


19.06.18

Personen








 

Initiativen und Portale des ifm:
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Carina Hartmann
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