Plattformen für Nachbarschaftshilfe bündeln Solidarität in Zeiten der Covid-19 Pandemie


Nachbarschaftshilfeplattformen sind in Zeiten des Coronavirus ein hilfreiches Instrument, um Hilfesuchende und Hilfegebende zu vernetzen. Die Plattformen koordinieren Angebot und Nachfrage und sorgen dafür, dass Vertrauen zwischen Suchenden und Anbietenden geschaffen wird. Wie? Das wird im nachfolgendem Beitrag der auch am ifm wirkenden interdisziplinären Nachwuchsforschergruppe zur Plattformökonomie "platforms2share" dargelegt.

Die Covid-19 Pandemie stellt unsere Gesellschaft vor große Herausforderungen und vor allem ältere MitbürgerInnen und solche mit Vorerkrankungen sehen sich immer größeren Problemen ausgesetzt, da sie ihre Wohnungen nicht verlassen können, um das Nötigste – wie Lebensmittel- oder Medikamenteneinkäufe – zu erledigen, ohne sich Gefahren auszusetzen. Gleichzeitig hat die Situation aber auch eine Welle an Solidarität ausgelöst und besonders online Plattformen erfreuen sich neuer Beliebtheit. Die Nachbarschaftshilfeplattform nebenan.de zum Beispiel erfuhr am vergangenen Wochenende (14./15. März) fünfmal so viele Anmeldung als an durchschnittlichen Wochenenden zuvor. 

Die online Plattformen bieten dabei den Vorteil, dass Angebote die Aufmerksamkeit einer größeren Menge an Personen erreichen und Hilfesuchende sich passende Angebote und vertrauenswürdiger Personen raussuchen können. So müssen sich zum Beispiel auf nebenan.de Mitglieder verifizieren lassen. Auch haben die Plattformen den Vorteil, dass sie Angebote sortieren und übersichtlich aufbereiten können und oft auch eine erste Kommunikation ermöglichen. Dies führt alles dazu, dass die Nachbarschaftshilfe effizienter gestaltet werden kann und mehr Menschen die Hilfe erhalten, die sie benötigen. 

Darüber hinaus nehmen die meisten Nachbarschaftshilfeplattformen keine Gebühren für ihren Service, sondern finanzieren sich oft auf andere Arten: nebenan.de finanziert sich über freiwillige Spenden, Einnahmen von Gewerbetreibenden, die auf der Plattform auf ihr lokales Unternehmen aufmerksam machen können oder die Möglichkeit für Städte die Plattform gegen eine Gebühr nutzen zu können. Dies hat den Vorteil, dass der Service für alle zugänglich ist und die Hilfe wirklich im Vordergrund steht.

Ein Problem haben die Nachbarschaftsplattformen aber: wie erfahren Hilfesuchende von den Angeboten? Besonders älteren Mitbürgern fehlt oft die Internetaffinität. Die Webseite gemeinschaft.online hat daher eine Telefonhotline (+49 7172 9340048) eingerichtet, die die Vermittlung per Telefon koordiniert. Hilfeanfragen werden aufgenommen und bei nebenan.de hochgeladen. Nebenan.de hat inzwischen auch eine eigene Hotline gestartet (0800-866 55 44). 

Neben Plattformen, die sich auf Angebote für die Nachbarschaft spezialisiert haben,  gibt es auch zahlreiche andere Möglichkeiten Hilfe zu finden oder anzubieten: es haben sich lokale Facebook Gruppen gebildet, bei Instagram und Twitter gibt es unter den Hashtags #nachbarschaftschallenge oder #coronahilfe Angebote und auch Organisationen wie das Deutsche Rote Kreuz bieten eine Einkaufshilfe an. Das Social Entrepreneurship Netzwerk Deutschland aktualisiert in einem eigenen Blogbeitrag fortführenden Angebote zur Nachbarschaftshilfe aber auch zu Themen wie Online-Education, Home Office, Online Meeting & Event Tools und vielen mehr, die in der aktuellen Lage unterstützen können. Die zahlreichen Angebote und Möglichkeiten zeigen, dass viele Leute bereit sind in schwierigen Zeiten zu helfen und unsere Gesellschaft enger zusammenkommt, um aktuellen Problemen entgegenzutreten.  

Weitere Informationen zur interdisziplinären Nachwuchsforschergruppe “platforms2share” finden Sie hier


17.04.20


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Am 12. Oktober findet das sechste i-share Symposium an der Universität Mannheim statt.

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