KMU-Innovativ: Evaluation der Biotechnologieförderung in Deutschland


Gemeinsam mit dem ZEW und Prognos evaluiert das ifm die Biotechnologiepolitik in Deutschland. Insbesondere die Förderprogramme BioChance und BioChance Plus werden hinsichtlich ihrer Effizienz und Effektivität analysiert.

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sind eine wichtige Stütze des Innovationsgeschehens in Deutschland. Über ein Viertel der gesamten Innovationsaufwendungen von Industrieunternehmen, und fast die Hälfte der Innovationsaufwendungen in den wissensintensiven Dienstleistungen, entfallen auf KMU. Ein knappes Viertel der KMU im verarbeitenden Gewerbe betreibt regelmäßig FuE, in den wissensintensiven Dienstleistungen ist es etwa jedes fünfte bis sechste Unternehmen. In einigen Bereichen der Spitzentechnologie sind  KMU Vorreiter des technologischen Fortschritts. So kamen in den letzten Jahrzehnten in dynamischen Technologiefeldern wie der Biotechnologie, der Optik, der Nanotechnologie oder der Informationstechnik zentrale Innovationsimpulse aus KMU (insbesondere aus jungen Unternehmen). Gleichzeitig sehen sich KMU spezifischen Barrieren ausgesetzt, welche die Aufnahme oder Steigerung von FuE-Aktivitäten (insbesondere in neue technologische Entwicklungslinien) erschweren oder verhindern. Die mit Spitzenforschung verbundenen Risiken sind für sie oft nur schwer zu schultern.
Vor diesem Hintergrund ist die Förderung von kleinen und mittleren Unternehmen ein zentrales Anliegen der Hightech-Strategie der Bundesregierung. Die Förderinitiative „KMU-innovativ“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) hat seit 2007 rund 450 Projekte mit einem Fördervolumen von über 300 Millionen Euro zur Förderung empfohlen. KMU der Spitzenforschung erhalten Zugang in derzeit sechs Technologiefeldern. Diese Felder sind
  • Biotechnologie
  • Informations- und Kommunikationstechnologien
  • Nanotechnologie
  • Optische Technologien
  • Produktionstechnologie
  • Technologien für Ressourcen und Energieeffizienz / Klimaschutz
  • Forschung für die zivile Sicherheit
Das ifm Mannheim evaluiert gemeinsam mit seinen Kooperationspartnern, dem Zentrum für Europäische Sozialforschung (ZEW) und der Prognos AG die Förderinitiative „KMU-innovativ“. Das Projekt zielt einerseits auf die formative Evaluation der „KMU-innovativ“ Initiative ab. Dazu sollen Effekte und Auswirkungen auf die Teilnehmerstruktur sowie die von der Teilnahme ausgehenden Anreizeffekte für die Stärkung der FuE-Basis der Unternehmen analysiert werden. Zu prüfen ist, ob eine Vereinfachung der Verfahrensabläufe erreicht wurde und wo eventuell weiteres Potential dafür besteht. Für beide Aspekte können sowohl die Ausgangssituation als auch internationale Vergleiche mit ähnlichen Förderansätzen als Informationsbasis für die Referenzsituation herangezogen werden.
Zum anderen zielt das Vorhaben auf eine vergleichende, ex post-Evaluation der Programme BioChance und BioChancePlus ab, die bezüglich einzelner Programmziele und Programmcharakteristika als Vorreiter für „KMU-innovativ“ angesehen werden.
Korrespondierend mit dieser umfänglichen Problemstellung und Zielsetzung von „KMU-innovativ“ muss die Systemevaluation ein breites Spektrum an Fragestellungen in Angriff nehmen und sich dabei unterschiedlicher methodischer Vorgehensweisen bei der Beantwortung der Forschungsfragen bedienen.

Beteiligte Organisationen

 

Personen



Dr. Vartuhi Tonoyan

Initiativen und Portale des ifm:
Robert Strohmeyer
Dr. Niclas Rüffer
Robert Strohmeyer
Dr. Niclas Rüffer