Ethnic Entrepreneurship: Ausländische Selbständige und ihre soziale und wirtschaftliche Bedeutung


Das Projekt liefert einen Überblick über die Möglichkeiten der Nutzbarmachung und Analyse von Daten der amtlichen Statistik über ausländische Selbständige in Deutschland. In einem weiteren Schritt werden Einschätzungen zur sozialen und wirtschaftlichen Bedeutung der ausländischen Selbständigen und zur Gründungsintensität in der ausländischen Bevölkerung vorgenommen. Schließlich interessieren die Determinanten „ethnischer Selbständigkeit“ und die Unterschiede gegenüber den Bestimmungsfaktoren bei deutschen Selbständigen.

Etwa jeder zwölfte Selbständige in Westdeutschland hat einen ausländischen Pass. Während sich im internationalen Raum die Bedeutung von „Ethnic Entrepreneurship“ auch in der Forschung widerspiegelt, wird dem Phänomen in Deutschland vergleichsweise wenig Beachtung geschenkt. Dies ist sicher auch auf die schwierige Datenlage zurückzuführen. Das Projekt liefert daher einen Überblick über die Möglichkeiten der Nutzbarmachung und Analyse von Daten der amtlichen Statistik über ausländische Selbständige in Deutschland. In einem weiteren Schritt werden Einschätzungen zur sozialen und wirtschaftlichen Bedeutung der ausländischen Selbständigen und zur Gründungsintensität in der ausländischen Bevölkerung vorgenommen. Schließlich interessieren die Determinanten „ethnischer Selbständigkeit“ und die Unterschiede gegenüber den Bestimmungsfaktoren bei deutschen Selbständigen. Ein stärker an regionalen Aspekten orientiertes, bereits abgeschlossenes Teilprojekt befasste sich mit der „Bedeutung von ausländischen Unternehmen und ausländischen Selbständigen für die Wirtschaft Baden-Württembergs“. Neben der Entwicklung und der wirtschaftsstrukturellen und soziodemografischen Zusammensetzung ausländischer Selbständiger interessierten Aussagen zu deren Umsatz- und Beschäftigungswirkung sowie eine Differenzierung nach Nationalitäten. Während sich die Untersuchung hauptsächlich auf die Unternehmerpersonen bezog, wurden in einem Exkurs zusätzlich die Struktur und Bedeutung von Kapitalgesellschaften mit ausländischer Beteiligung betrachtet.

Bereits aus den ersten Projektergebnissen wurde ersichtlich, dass die Zahl und auch die Quote an ausländischen Selbständigen in der Bundesrepublik in der längeren Zeitspanne seit den 1980er Jahren in relativ stärkerem Maße zugenommen hat als die der deutschen, obwohl für einen Teil der Ausländer die Voraussetzungen zur Gründung eines Unternehmens eher schwieriger sind. Trotz der Zuwächse bewegt sich der Anteil an Selbständigen unter Ausländern allerdings immer noch auf einem vergleichsweise niedrigeren Niveau (und die Entwicklung verweist gegenwärtig eher auf eine Stagnation). Wenngleich die Gründungsneigungen bei einigen Ethnien sogar stärker ausgeprägt sind, macht sich im Gesamtbestand ausländischer Selbständiger ein gegenüber Deutschen höherer Umfang an Fluktuationen bzw. gescheiterten Existenzen bemerkbar. Dies erweist sich oftmals als eine Frage mangelnder Ausbildung. Auch wenn das Qualifikationsniveau ausländischer Selbständiger höher als bei den Arbeitnehmern ist, bleibt die Zahl der Gründer ohne Berufsabschluss hoch. Ohnehin sind ausländische Selbständige im Durchschnitt jünger als die deutschen.
Berücksichtigt werden muss bei all dem allerdings die Heterogenität in der Zusammensetzung und damit die je nach Herkunftsland sehr unterschiedlichen rechtlichen und qualifikatorischen Voraussetzungen zur Gründung eines Unternehmens. Manche Ethnien zeigen eine auffällige Konzentration auf einschlägige Märkte und Nischen. So gründen viele Italiener und Griechen vor allem im Gastgewerbe und die Türken eher im Einzelhandel. Demgegenüber ähnelt bspw. das Tätigkeitsprofil der Nordeuropäer teilweise dem der deutschen Selbständigen. Hier werden auch in höherem Maße moderne und professionellere Dienste angeboten.

Etwa die Hälfte aller ausländischen Selbständigen sind bereits länger als 20 Jahre hier, d.h. das Gros von ihnen kann nur noch unter formalen Gesichtspunkten überhaupt als Ausländer eingestuft werden. Insgesamt wird deutlich, dass sich viele ehemals als „Gastarbeiter“ bezeichnete Ausländer längst in hohem Maß aktiv in das gesellschaftliche und wirtschaftliche Geschehen hierzulande integriert haben, nicht zuletzt, indem sie ein eigenes Unternehmen gegründet und dabei auch weitere Arbeitsplätze geschaffen haben.

Projektleitung: Dr. René Leicht
Projektmitarbeiter: Dr. Andreas Humpert; Markus Leiß
Auftraggeber: Eigenprojekt mit Unterstützung des Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg
Laufzeit: September 2000 bis September 2003

Veröffentlichungen:

Leicht, René; Fehrenbach, Silke; Leiß, Markus; Philipp, Ralf;Strohmeyer, Robert: Die Bedeutung von ausländischen Unternehmen und ausländischen Selbständigen für die Wirtschaft Baden-Württembergs: Untersuchungsbericht im Auftrag des Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg, 2001.

Leicht, René, Markus Leiß; Robert Strohmeyer (2001): Ausländische Selbständige in Baden-Württemberg, Veröffentlichungen des ifm Mannheim, Grüne Reihe Nr. 43.

Fehrenbach, Silke; Robert Strohmeyer (2001): Struktur und Bedeutung von Kapitalgesellschaften mit ausländischer Beteiligung, Veröffentlichungen des ifm Mannheim, Grüne Reihe Nr. 42.

 

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