Evaluation der Technologiefabrik Karlsruhe


Zielsetzung des Projekts war eine Bestandsaufnahme und Wirkungsanalyse der Technologiefabrik Karlsruhe in Hinblick auf die Mieter- und Angebotsstruktur, die Zufriedenheit der Unternehmensgründer und den regionalwirtschaftlichen Kontext der Technologiefabrik sowie ihre Einbindung im regionalen Netzwerk. Auf dieser Grundlage wurden Handlungsempfehlungen für die strategische Zukunftsausrichtung der Technologiefabrik abgeleitet.

Innovations- und Gründerzentren dienen der Förderung innovativer Unternehmensgründungen und gelten dabei als ein wichtiges Instrument der regionalen Wirtschaftsförderung, insbesondere zur Verbesserung des Technologietransfers und zur Beschleunigung des strukturellen Wandels. Die 1983 gegründete Technologiefabrik Karlsruhe zählt zu den ältesten und größten Innovationszentren in Deutschland.Zielsetzung des Projekts war eine Bestandsaufnahme und Wirkungsanalyse der Technologiefabrik Karlsruhe in Hinblick auf die Mieter- und Angebotsstruktur, die Zufriedenheit der Unternehmensgründer und den regionalwirtschaftlichen Kontext der Technologiefabrik sowie ihre Einbindung im regionalen Netzwerk. Auf dieser Grundlage wurden Handlungsempfehlungen für die strategische Zukunftsausrichtung der Technologiefabrik abgeleitet.
Eine Befragung der aktuellen und der früheren Mieter der Technologiefabrik machte deutlich, dass das Zentrum nicht nur eine Anlaufstelle für technologieorientierte Akademiker ist, sondern dass die Gründer  auch in zunehmendem Maße bereits über praktische Berufserfahrung verfügen. Die Branchenzusammensetzung der Mieter spiegelt gleichzeitig das Gründungsgeschehen im Karlsruher Umfeld wider und zeigt eine starke Ausrichtung auf den Softwarebereich, die technologischen Dienstleistungen und den Multimediabereich. Der hohe Anteil der Gründer, die auch nach dem Auszug aus der Technologiefabrik in nächster Nähe verbleiben, weist auf eine außerordentlich starke Verbundenheit mit der Region und mithin auch auf die Nachhaltigkeit der erbrachten Unterstützungsleistungen hin. Aus regionalwirtschaftlicher Sicht ist ferner von Bedeutung, dass sowohl unter den derzeitigen als auch unter den ehemaligen Mietern starke Wachstums- und Beschäftigungseffekte ersichtlich werden.
Da die erzielten Effekte nur im Kontext der Entwicklung der Region insgesamt zu beurteilen sind, interessierte, in welches strukturelle Umfeld die Technologiefabrik eingebettet ist. Hier ist hervorzuheben, dass in Karlsruhe und Umgebung die Zahl der Kleinbetriebe und mit ihnen auch die Zahl der darin Beschäftigten im vergangenen Jahrzehnt eine weit bessere Entwicklung nahm als in vielen anderen Regionen Baden-Württembergs. Hinzu kommt, dass die Gründungsaktivitäten im Zentrum des Mittleren Oberrheins ohnehin mehr als anderswo auf technologische und wirtschaftsnahe Dienstleistungen zielen.
Ergänzend zu den Unternehmensbefragungen und sekundärstatistischen Analysen wurden im Rahmen von qualitativen Experteninterviews die wichtigsten Entscheidungsträger in der „TechnologieRegion“ und die Netzwerkpartner der Technologiefabrik um eine Einschätzung gebeten, welche Rolle die Technologiefabrik im Gründungsnetzwerk sowie bei regionalen Kooperationen spielt. In der Region Karlsruhe ist eine relativ starke Vernetzung zwischen den Akteuren aus der Wirtschaft, Wissenschaft und den wirtschaftsförderden Institutionen zu konstatieren. Über Kooperations- und Netzwerkaktivitäten (z.B. Veranstaltungen) werden die Existenzgründer der Technologiefabrik in das regionale Gründungsnetzwerk eingebunden. Vor allem für technologieorientierte Hochschulausgründungen bietet die Technologiefabrik mit ihrer räumlichen Nähe zu einzelnen Transfereinrichtungen und den damit einhergehenden Netzwerkkontakten gute Standortbedingungen.
Insgesamt wurde durch die Untersuchung ersichtlich, dass die Technologiefabrik eine führende Rolle unter den Innovationszentren in Bezug auf Fläche, Belegungsgrad und Beschäftigungseffekte in Baden-Württemberg und Deutschland einnimmt. Aus Sicht der Interviewpartner sowie der aktuellen und ehemaligen Mieter ist sie sehr gut in das regionale Umfeld bzw. Netzwerk eingebettet.
 
Projektleiter: Dr. Birgit Buschmann; Dr. René Leicht
Projektmitarbeiter: Ralph Fromm, Dr. Andreas Humpert, Andreas Ihm, Markus Leiß, Marco Piroth, Dr. Elisabeth Rieger
Auftraggeber: Technologiefabrik Karlsruhe GmbH
Laufzeit: Oktober 2002 bis Oktober 2003

Veröffentlichungen:

Eine Untersuchung der Technologiefabrik Karlsruhe. Bestandsaufnahme und Wirkungsanalyse mit Empfehlungen zur Zukunftsausrichtung, unveröffentlichtes Gutachten, Mannheim 2003


 

Teams

Neue Selbständigkeit
 

Personen


Initiativen und Portale des ifm:
Dr. René Leicht
Dr. René Leicht