Personalrekrutierung in KMU: Suchstrategien und Vormerklisten


Im Auftrag der Bundesagentur für Arbeit (Regionaldirektion Baden-Württemberg) hat das ifm untersucht, welche Suchstrategien KMU – aber auch große Unternehmen – bei der Personalrekrutierung anwenden und welche Bedeutung betriebsnahe Teilarbeitsmärkte bzw. Vormerklisten haben. Eine Befragung von rund 1.000 Unternehmen in der Region Rhein-Neckar lieferte hierzu die notwendigen Daten. Im Ergebnis ist festzuhalten, dass sich die Suchstrategien von kleineren, mittleren und größeren Betrieben merklich unterscheiden.

Menschen und Arbeitsplätze passend zusammenzubringen ist eine der Herausforderungen am Arbeitsmarkt. Dabei gibt es für Anbieter und Nachfrageseite unterschiedliche Strategien, wie z.B. Zeitungsannoncen, Internet und soziale Netzwerke zu bemühen oder die Vermittlungsstellen, wie die Agenturen für Arbeit, einzuschalten. Treten die Akteure in direkten Kontakt, kann es sein, dass ein Unternehmen zwar grundsätzliches Interesse äußert, aber zur Zeit keine Stelle zu besetzen hat. Betriebe können die Bewerber dann durch Vormerklisten (VML) in Erinnerung behalten und sich erneut an sie wenden, wenn eine Stelle zu besetzen ist. Matching-Probleme berühren kleine und mittlere Unternehmen in besonderer Weise, da ihre Strategien zur Deckung des Fachkräftebedarfs oftmals von weniger Routine gekennzeichnet sind. Personalplanung wird seltener vorausschauend betrieben. Im Auftrag der Bundesagentur für Arbeit (Regionaldirektion Baden-Württemberg) hat das ifm untersucht, welche Suchstrategien KMU – aber auch große Unternehmen – bei der Personalrekrutierung anwenden und welche Bedeutung betriebsnahe Teilarbeitsmärkte bzw. Vormerklisten haben. Eine Befragung von rund 1.000 Unternehmen in der Region Rhein-Neckar lieferte hierzu die notwendigen Daten. Im Ergebnis ist festzuhalten, dass sich die Suchstrategien von kleineren, mittleren und größeren Betrieben merklich unterscheiden. Insbesondere Kleinbetriebe greifen bei der Personalrekrutierung überproportional häufig auf persönliche und eher sporadisch entstehende Kontakte zurück. Formale Suchwege (z.B. über Inserate oder Internet) und systematische Planung, wie etwa über Vormerklisten, spielen eine geringere Rolle. Insgesamt nutzt rund ein Fünftel der Betriebe Vormerklisten, wobei diese Strategie deutlich mit zunehmender Betriebsgröße an Bedeutung gewinnt. Unabhängig von der Betriebsgröße sind VML vor allem dort zu finden, wo sich auch in der Beschäftigung eine starke Dynamik zeigt. Betriebe die VML führen haben weit mehr Stellen zu besetzen gehabt bzw. auch besetzt. Betriebe mit VML signalisieren weniger Stellenbesetzungsprobleme als solche ohne. Diese und andere Ergebnisse sprechen für eine stärkere Formalisierung und Professionalisierung bei der Personalsuche auch in Kleinbetrieben, auch wenn das „tägliche Geschäft“ oftmals keine Zeit für Strategieplanungen lässt. Aber auch die Personalvermittlung kann hieraus lernen: Die Agenturen für Arbeit kommen auf Grundlage der Befragung zu dem Ergebnis, dass sie sich bewusst in Teilarbeitsmärkte einschalten können: „Bewerber, die aus Mangel an vorliegenden Stellenangeboten kein konkretes Vermittlungsangebot erhalten, sollten auf der einen Seite auf konkrete Initiativbewerbungen hingewiesen werden, andererseits aber auch durch die Agenturen aktiv auf Vormerklisten platziert werden. Erfahrungsgemäß sind Unternehmen für qualifizierte Vorschläge dankbar, auch wenn aktuell kein konkreter Einstellungsbedarf vorliegt.“

Projektleitung: Dr. René Leicht
Projektmitarbeiterin: Silke Fehrenbach
Auftraggeber: Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Baden-Württemberg
Laufzeit: Mai 2003 bis April 2004

Veröffentlichungen:
Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Baden-Württemberg: Ein möglicher Weg der Arbeitsplatzsuche: Betriebliche Vormerklisten. Eine Untersuchung der Region Rhein-Neckar, Informationen aus der Arbeitsmarkt und Berufsforschung Nr. 03/2004

 

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