Weiterbildung und Jobrotation in kleinen und mittleren Unternehmen der Region Rhein-Neckar


Weiterbildung und Jobrotation in kleinen und mittleren Unternehmen der Region Rhein-Neckar, Abschlussbericht der wissenschaftlichen Begleitung für das Projekt "Jobrotation Mannheim" im Rahmen des ADAPT-Projekts, gefördert durch die Europäische Union, das Land Baden-Württemberg und die Stadt Mannheim. (René Leicht, 2001)

In Deutschland sind (oder waren im Jahr 2000) ungefähr 50 Organisationen mit der Verbreitung und Umsetzung eines neuen bildungs- und beschäftigungspolitischen Instruments befasst, welches unter anderem mit Mitteln der Europäischen Gemeinschaftsinitiative ADAPT gefördert wurde. Das Instrument mit dem Namen "Jobrotation" hat viele Anwendungsformen, jedoch in dem ursprünglich aus Dänemark stammenden Konzept bedeutet „Job-Rotation“ die Übernahme der Arbeit eines Arbeitnehmers durch einen Arbeitslosen, während der Arbeitnehmer an einem Weiterbildungskurs teilnimmt. ["Jobrotation is a situation in which one or more employees leave their jobs for further training. Meanwhile unemployed take over their jobs as temporary substitutes."]

Mit dem EU-Programm ADAPT sollten sowohl kontinuierliche Qualifizierungsprozesse in den Unternehmen angestoßen als auch Projekte gefördert werden, die beschäftigungswirksam sind. Im Kontext dieses Programms erscheint "Jobrotation" schon deswegen als sinnvolle und förderungswürdige Maßnahme, da hier mit der Unterstützung von Weiterbildungsanstrengungen nicht nur die Qualifizierung der Beschäftigten in den Betrieben, sondern gleichzeitig auch die Wiedereingliederung von Arbeitslosen erleichtert werden kann.
Hervorzuheben ist ferner, dass mit dem ADAPT-Programm insbesondere auf die Situation und den Qualifizierungsbedarf der Beschäftigten in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) Bezug genommen wurde.

Aufgaben und Ziele der wissenschaftlichen Begleitung

Die Stadt Mannheim ist 1997 an das Institut für Mittelstandsforschung (ifm) mit der Bitte herangetreten, durch eine wissenschaftliche Mitarbeit eine „Begleitung und Evaluation“ des Projekts "Jobrotation" zu ermöglichen. Das Aufgabenfeld war zum Projektbeginn darauf ausgerichtet, den Weiterbildungsbedarf kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) auf der Ebene von Branchenaggregaten zu identifizieren, ferner die Koordinierungsstelle insbesondere in Weiterbildungs- sowie in KMU-spezifischen Fragen zu beraten sowie die Akzeptanz und Wirkung des Projekts, vor allem bei den Unternehmen, zu bemessen. Im Detail wurden die Aufgaben jedoch den im Zeitverlauf veränderten Erfordernissen angepasst. Im Jahr 1999 hatten sich durch Veränderungen in der Konzeption des Projekts auch neue Zielsetzungen für das ifm ergeben.

Mit Blick auf diese organisatorische und konzeptionelle Zäsur ist deshalb nachfolgend von einer "ersten" und "zweiten" Projektphase die Rede

Die Aufgaben des ifm wurden in der Anfangsphase wie folgt beschrieben:
1. Durchführung einer (begrenzten) Betriebsbefragung in der Region zur Ermittlung des Weiterbildungsbedarfs von kleinen und mittleren Unternehmen
2. Zusammenarbeit mit der Koordinierungsstelle bei der Ermittlung des Qualifizierungsbedarfs der am Projekt teilnehmenden Unternehmen
3. Unterstützung und Beratung der Koordinierungsstelle
4. kontinuierliche Fortschrittskontrolle und Evaluierung des Projekts (im Hinblick auf die teilnehmenden Unternehmen)
5. Evaluierung der Maßnahme im Hinblick auf die Partizipation und den Wissenstransfer bei den weiterbildungsteilnehmern und den vermittelten Arbeitslosen.

Mit der Unternehmensbefragung und den erbrachten Beratungsleistungen wurden zunächst die Punkte 1-3 erfüllt. Mit den darauf folgenden Veränderungen in der Projektkonzeption mussten die Punkte 4-5 reformuliert werden.

Nach einer Interimsphase, in welcher die Fortführung des Projekts aufgrund des evidenten Teilnehmermangels mehrfach generell in Frage stand, wurden die Aufgaben des ifm mit neuem Vertrag (Dezember 1999) wie folgt festgelegt:

1. Die Erfahrungen der teilnehmenden Unternehmen zusammenzutragen und im Hinblick auf die allgemeine Anwendbarkeit des Modells zu systematisieren,
2. die Erkenntnisse wissenschaftlicher Begleitungen (soweit vorhanden) anderer Jobrotation-Projekte zu sammeln und zu nutzen sowie
3. das Projekt bei der Zusammenarbeit mit den regionalen Institutionen des Arbeitsmarktes beratend zu unterstützen.

Projektleitung: Dr. René Leicht
Auftraggeber: Stadt Mannheim
Förderung: Wirtschaftsministerium des Landes Baden-Württemberg, Europäischer Sozialfonds (EU-Gemeinschaftsinitiative ADAPT), Bundesanstalt für Arbeit, Stadt Mannheim
Laufzeit: 1997 bis 2001

Veröffentlichungen

Leicht, René (2001): Weiterbildung und Jobrotation in kleinen und mittleren Unternehmen der Region Rhein-Neckar : Abschlussbericht der wissenschaftlichen Begleitung für das Projekt "Jobrotation Mannheim", erstellt für die Beauftragte für kommunale Beschäftigungsförderung der Stadt Mannheim. Institut für Mittelstandforschung Mannheim. April 2001.

 
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