Analysen zum Gründungspotenzial und zur Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten (AG²)


Im berufsfachspezifisch strukturierten Arbeitsmarkt gelingt es nur einem kleinen Teil der in jüngster Zeit nach Deutschland Geflüchteten in eine reguläre Lohnbeschäftigung zu kommen, zumal Erfahrungswissen und nicht-formale Qualifikationen häufig keine angemessene Verwertung finden. Das Forschungsprojekt Analysen zum Gründungspotenzial und zur Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten (AG²) untersucht mit einem Mehrmethodenansatz, inwieweit sich Geflüchteten durch den Schritt in die berufliche Selbständigkeit ein alternativer Weg der Arbeitsmarktintegration eröffnet. Dabei werden Pfade, Chancen, Hürden und Hemmnisse auf dem Weg zum eigenen Unternehmen erörtert und aufgezeigt.

 

 

Herausforderungen der Arbeitsmarktintegration

Seit längerem bestimmt die Aufnahme und Integration von Geflüchteten in Deutschland die öffentliche Debatte. Die Teilhabe am Arbeitsmarkt ist von hoher Bedeutung, da eine Beschäftigung i.d.R. zu höherer finanzieller Eigenständigkeit und ggf. zur Unabhängigkeit vom staatlichen Sozialsystem führt. Bisher ist wenig über die soziodemografischen Charakteristika der in jüngerer Zeit Geflüchteten bekannt. Es ist jedoch davon auszugehen, dass sie über weniger beschäftigungsrelevante Ressourcen verfügen als andere Migranten und Migrantinnen. Daher ist von höheren Hürden bei der Integration in den Arbeitsmarkt auszugehen, weshalb alternative Formen des Arbeitsmarktzugangs in Betracht gezogen sollten.

Selbstständigkeit als Alternative? – Zielsetzung und Forschungsfragen

Folglich interessiert, in welchem Umfang und unter welchen Voraussetzungen sich Geflüchteten durch den Schritt in die berufliche Selbständigkeit ein Pfad zur erfolgreichen Integration in den deutschen Arbeitsmarkt bietet. Das Projekt nähert sich dieser Frage auf zwei Ebenen. Erstens durch theoretische sowie empirische Forschung im engeren Sinne. Zweitens durch die wissenschaftliche Begleitung und Evaluation von gezielten Gründungsberatungsprojekten für Geflüchtete. Das Forschungsinteresse gliedert sich in mehrere Unterfragen, die beide Ebenen verschränken.

  • Welche sozialstrukturellen Merkmale weisen Geflüchtete in Deutschland auf und wie hoch ist ihr Gründungspotenzial im Vergleich zu Herkunftsdeutschen und anderen Migrantengruppen?
  • Welches sind auf einer institutionellen und individuellen Ebene begünstigende und erschwerende Faktoren im Existenzgründungsprozess von Geflüchteten in Deutschland? Und gibt es hierbei geschlechtsspezifische Unterschiede?
  • Inwiefern können zielgruppenspezifische Gründungsförderungsprojekte dabei helfen, Ressourcen zu stärken und Hemmnisse zu überwinden? Und welche Konzepte erweisen sich hier als erfolgreich?

Methodische Herangehensweise

Die Untersuchung basiert auf einem Mixed-Methods-Ansatz, der einen umfangreichen und differenzierten Zugang zu unserem Forschungsgegenstand, dem Gründungspotenzial von Schutzsuchenden in Deutschland, ermöglicht. Bestandteil des Ansatzes sind Sekundärdatenanalysen mit unterschiedlichen Datensätzen und eigene quantitative Primärerhebungen, sowie qualitative Interviews und Fallstudien.


News

ifm-Buchkapitel im Sammelband “Refugee Entrepreneurship: A Case-based Topography” erschienen (25.10.18)
Ein Portrait von Cham Saar, der ersten arabischen Käserei Deutschlands wird von Carina Hartmann und Katharina Schilling in einer Zusammenstellung von internationalen Fallstudien über geflüchtete Existenzgründer veröffentlicht. Der Beitrag über die Teamgründung eines syrischen Käsers und seiner beiden saarländischen Co-Gründer zeigt, wie eine wirtschaftliche und soziale Integration im ländlichen Raum über die berufliche Selbständigkeit gelingen kann. mehr...
MDE 2017 - The 3rd International Conference on Migration and Diaspora Entrepreneurship – Das ifm war mit 8 AutorInnen und 6 Vorträgen vertreten (10.11.17)
Die jährlich in Bremen stattfindende internationale Konferenz zu „Migration and Diaspora Entrepreneurship“ lud am 30. November – 1. Dezember 2017 zum dritten Mal ein. Das ifm Mannheim war mit 8 AutorInnen und 6 Vorträgen vertreten. Ein weiterer Hinweis darauf, dass das Thema Integration von Migranten und Geflüchteten in Wirtschaft und Gesellschaft unter den Nägeln brennt und wir am ifm Mannheim hierzu nach guten Lösungsansätzen forschen. mehr...
ifm mit zwei Beiträgen auf MDE Workshop on Refugee Entrepreneurship vertreten (25.07.17)
Das Team des ifm-Forschungsprogramms Analysen zum Gründungspotenzial und zur Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten AG² präsentierte zwei Forschungsprojekte im Rahmen des MDE Workshop on Refugee Entrepreneurship an der Universität Bremen. mehr...

Öffentliche Veranstaltungen

Apr
2
Di
Cafe L3, L3 9, 68161 Mannheim
19:30-22:00
Apr
9
Di
Ehrenhof Schloss Mannheim
09.04.1910:00-11.04.1916:00
Apr
16
Di
Usability in Germany - Kompetenzzentrum
Universität Mannheim
09:30-17:00
Mai
7
Di
Cafe L3, L3 9, 68161 Mannheim
19:30-22:00
Mai
28
Di
Cafe L3, L3 9, 68161 Mannheim
19:30-22:00
weitere Veranstaltungen

SCANCOR PhD Workshop and Morning Lectures on Institutional Analysis

Vom 26.-30. August werden täglich zwei international renomierte WissenschaftlerInnen aktuelle institutionalistische Forschungsprojekte vorstellen. Gäste sind herzlich willkommen!

Information for exchange students

Please find an overview of courses for exchange students here.

Newsletter

Hier für den Newsletter eintragen: Registrieren!

Merken & Weiterleiten

Initiativen und Portale des ifm:
Ralf Philipp
Katharina Schilling
Carina Hartmann
Asst. Prof. Andrew Isaak
Dr. René Leicht
Ralf Philipp
Esra Güllü
Esra Güllü
Carina Hartmann
Dr. Maria Alexopoulou
Katharina Schilling
Dr. Maria Alexopoulou
Asst. Prof. Andrew Isaak
Dr. René Leicht