platforms2share: Interdisziplinäre Nachwuchsforschergruppe zur Plattformökonomie


Welche Chancen bieten genossenschaftliche Modelle und die Blockchain-Technologie für die Sharing Economy? In Zusammenarbeit mit ForscherInnen am IÖW in Berlin und am Fraunhofer IBP in Stuttgart werden am ifm Formen der Dezentralisierung in der Sharing Economy auf unterschiedlichen Ebenen erforscht und ihre Wirkungen untersucht. Die Nachwuchsgruppe wird im Rahmen des Schwerpunkts „Sozial-Ökologische Forschung (SÖF)“ im Programm „Forschung für Nachhaltige Entwicklung (FONA)“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) für fünf Jahre gefördert.

Ausgangssituation und Forschungsfrage

Mit neuen, digitalen Formen des Teilens, Tauschens und Gemeinsam-Nutzens in der Sharing Economy sind hohe Erwartungen bezüglich ihrer Wirkungen verbunden: Eine bessere Ressourceneffizienz oder gesteigerte Teilhabe sind Beispiele möglicher positiver Wirkungen. Bestehende Plattformorganisationen wie Airbnb oder Uber werden in der öffentlichen Debatte jedoch auch zunehmend kritisch betrachtet: Einsparungen und Renten würden zentral abgeschöpft, ökologische Vorteile durch Rebound-Effekte nivelliert, gesetzliche Regelungen umgangen. Eine Frage ist, ob durch neue Technologien (z.B. Blockchain Technologien) und Organisationsformen (z.B. Plattformkooperativen und -genossenschaften) mögliche positive Wirkungen besser erreicht werden. Welche Chancen bieten genossenschaftliche Modelle und die Blockchain-Technologie für die Sharing Economy?

Ziele und Beitrag:

Als interdisziplinäre Nachwuchsgruppe verfolgen wir folgende Ziele:

  • Wir wollen verstehen, welche Ausgestaltungsformen von Plattformorganisationen es gibt, wie sie funktionieren und wirken. Dafür entwickeln wir eine Systematisierung von Plattformorganisationen.
  • Wir wollen ökonomische, ökologische und soziale Wirkungen dieser unterschiedlichen Ausgestaltungsformen abschätzen. Dafür entwickeln wir ein Wirkungsmodell und führen empirische Studien durch.
  • Wir wollen auf dieser Basis Governance-Mechanismen und Förderansätze zur Verbreitung von positiv wirkenden digitalen Sharing-Plattformen entwickeln. Auf diese Weise wollen wir zur sozial-ökologischen Transformation beitragen.
  • Insgesamt hat die Nachwuchsgruppe hat zum Ziel, Entwicklungspfade und Gestaltungsoptionen für die digitale Sharing Economy aufzuzeigen, mit denen eine Transformation hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft befördert werden kann. Im Projekt wird dafür Grundlagenwissen zu Ausgestaltungsformen von Plattformorganisationen und ihren Wirkungen geschaffen. Daraus werden Empfehlungen abgeleitet, wie eine Verbreitung von Formen mit positiven Wirkungen befördert werden kann.

Der praktische Nutzen des Projekts ergibt sich unter anderen durch die Erkenntnisse dazu, wann Plattformen eine positive Nachhaltigkeitswirkung entfalten und durch das im Vorhaben aufgebaute Wissen zum Nutzerverhalten und zu Konsummustern der NutzerInnen von Plattformorganisationen. Praxispartner, weitere Plattformen und Multiplikatoren können dieses Wissen nutzen, um Strategien, Konzepte und Geschäftsmodelle weiterzuentwickeln.

Projektansatz und Vorgehen:

Die Ausgestaltungsformen von Plattformorganisationen werden aus unterschiedlichen Perspektiven untersucht:

  • Individuelle Perspektive: Eine Perspektive ist die Frage nach der Verteilung der Eigentümerschaft und der unternehmerischen Verantwortung auf TeilnehmerInnen und NutzerInnen und damit die Veränderung der Rollen von Individuen.
  • Technologische Perspektive: Eine zweite Perspektive ist die Nutzung dezentraler und autonomer technologischer Lösungen für die Realisierung der Transaktionen. Potenziale der Blockchain Technologie werden hierbei insbesondere betrachtet.
  • Organisationale Perspektive: Die Nutzung anderer organisatorischer Lösungen, die auf den Prinzipien Selbstorganisation und Dezentralisierung beruhen, ist eine dritte Perspektive. Hier werden insbesondere genossenschaftliche und kooperative Modelle untersucht. Dabei wird auch erforscht, ob und wie bestehende institutionelle Rahmenbedingungen die Gründung solcher Organisationsformen fördert oder erschwert.

Diese Entwicklungsperspektiven haben unterschiedliche gesamtwirtschaftliche, soziale und ökologische Wirkungen:

  • Ökologische Wirkungen: Ökologische Wirkungen auf die natürliche Umwelt werden unter Berücksichtigung von Rebound-Effekten untersucht. Hierfür werden bestehende Methoden der Ökobilanzierung weiterentwickelt.
  • Gesamtwirtschaftliche und gesellschaftliche Wirkungen: Zudem werden mögliche gesellschaftliche und gesamtwirtschaftliche Wirkungen wie z.B. Verteilungs- und Wohlfahrtseffekte sowie Einflüsse auf Wettbewerb und Marktstrukturen bewertet.

Das Vorgehen umfasst qualitative und quantitative empirische Studien sowie konzeptionelle und modelltheoretische Arbeiten und findet in Zusammenarbeit mit Praxispartnern statt. Praxispartner werden über kleine Austauschrunden eingebunden und sie wirken bei empirischen Studien und in Stakeholderdialogen mit, in denen gemeinsam Implikationen für Politik und Praxis abgeleitet werden.

Projektinformationen:

Die Nachwuchsgruppe wird im Rahmen des Schwerpunkts „Sozial-Ökologische Forschung (SÖF)“ im Programm „Forschung für Nachhaltige Entwicklung (FONA)“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) für fünf Jahre gefördert.

Projektlaufzeit: 01.06.2017 – 31.05.2022

Verbundpartner: Institut für ökologische Wirtschaftsforschung in Berlin, Fraunhofer-Institut für Bauphysik in Stuttgart
Projektwebsite: https://www.platforms2share.org 


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Wir freuen uns, die zum fünften Mal stattfindende wissenschaftliche Konferenz rund um die Sharing Economy ausrichten zu dürfen! Wir freuen uns auf über 60 Vorträge von 120 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus unterschiedlichen Disziplinen und über 15 Ländern. Interessierte können sich auf der Projektwebseite für die Veranstaltung anmelden. mehr...
BMBF-Nachwuchsforschergruppe am ifm Mannheim: Welche Chancen bieten neue Organisationsformen und Technologien für die Sharing Economy? (01.12.17)
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