Selbständige Migrantinnen auf der Überholspur: ifm-Studie zur Bedeutung und Integration von Unternehmerinnen ausländischer Herkunft


Das unternehmerische Potenzial von Frauen mit Migrationshintergrund wird oftmals unterschätzt. Zu unrecht!
Rund 200.000 Migrantinnen in Deutschland führen ein eigenes Unternehmen. Die ifm-Studie zeigt, dass die Zahl beruflich selbständiger Migrantinnen in den letzten zehn Jahren prozentual weit stärker zugenommen hat als die der Männer und auch stärker als die deutscher Frauen. Dies gilt für Deutschland insgesamt und lässt sich auch in einzelnen Bundesländern beobachten. Die Hintergründe und Facetten dieser Entwicklung und vor allem den Beitrag der Unternehmerinnen zur wirtschaftlichen und sozialen Integration verfolgt die Untersuchung anhand der Situation in Nordrhein-Westfalen. Die Gründerinnen ausländischer Herkunft sind allerdings auch mit einigen Hindernissen konfrontiert, die zeigen, dass eine bedarfsgerechte Beratung und Unterstützung das unternehmerische Potenzial zusätzlich verbessern könnte.

Das Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen hat die ifm-Untersuchung gefördert und unter anderem folgende Ergebnisse hervorgehoben:

  • Die Gründungsquote von Frauen mit Zuwanderungsgeschichte ist fast dreimal so hoch wie die der deutschen Frauen.
  • Das Motiv, durch die Selbständigkeit ein besseres Einkommen und ein höheres Ansehen zu erlangen und so gesellschaftlich aufzusteigen, ist bei Frauen mit Zuwanderungsgeschichte, insbesondere bei Türkinnen, sehr ausgeprägt.
  •  Unternehmerinnen, gleich welcher Herkunft, sind vor allem im Dienstleistungsbereich tätig. Selbständige Frauen aus Polen und Russland üben zu einem höheren Teil als andere wissensintensive Tätigkeiten vor allem im Gesundheitswesen (Ärztinnen und andere Heilberufe) aus, vereinzelt auch technische und Ingenieur-Dienstleistungen.
  • Die Ausbildungsbereitschaft von Unternehmerinnen mit Zuwanderungsgeschichte ist hoch. So bilden zum Beispiel 35 Prozent der türkischen Unternehmerinnen, aber nur zwölf Prozent der türkischen Unternehmer aus. Bei deutschen Inhaberinnen liegt die Ausbildungsquote bei 20 Prozent.
  • Frauen mit Zuwanderungsgeschichte haben mit mehr Hindernissen und Belastungen bei der Gründung zu kämpfen als Einheimische. Hierzu zählen sowohl die formalen und gesetzlichen Anforderungen an die Gründung als auch persönliche Faktoren wie beispielsweise das Fehlen kaufmännischer Kenntnisse. Die Ausweitung der Beratungsangebote in den letzten zehn Jahren hat eher die einheimischen Gründerinnen erreicht als diejenigen mit Zuwanderungsgeschichte.  So kommt es häufiger zu Unternehmensschließungen bei Frauen mit Zuwanderungsgeschichte.

Diese und weitere Untersuchungsergebnisse zu den Gründungsaktivitäten und -problemen, zu den Integrationsleistungen und den betrieblichen Charakteristika finden sich in der Lang- und Kurzfassung der Studie die hier heruntergeladen werden kann.
Weitere Informationen bei der Projektleitung:
Dr. René Leicht
0621-181-2788
 


19.05.10


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