Wie ist das Feld der Sharing Economy strukturiert? Dieser Frage gehen Dominika Wruk, Tino Schöllhorn und Achim Oberg in ihrer aktuellen Veröffentlichung nach.


In Ihrer explorativen Studie zum Feld der Sharing Economy finden die ifm-ForscherInnen heraus, dass Sharing Organisationen Legitimation und Ressourcen von einem „Disruptiven Feld“ an Organisationen (z.B. Tech-Medien, Venture Capitalists) erhalten, die technologische Innovationen anstoßen und stärken und damit bestehende Industrien und Felder disruptieren. Bisher schenkt dieses Feld insbesondere dominanten Sharing Organisationen (z.B. Airbnb, Uber) Aufmerksamkeit. Die Autoren veröffentlichen das Kapitel in der renommierten Serie „Research in the Sociology of Organizations“.

Dominika Wruk, Tino Schöllhorn und Achim Oberg untersuchen in ihrer explorativen Studie das Feld der Sharing Economy. Relationale Strukturen und Diskurse in Feldern zu untersuchen ist wichtig, um den aktuellen Status und mögliche Entwicklungen der Sharing Economy zu verstehen. Deshalb werden zwei Feldkonzepte als Startpunkte der Studie herangezogen: Das Organisationale Feld und das Themenfeld. Um beide Feldkonzepte empirisch zu fassen und zu ermitteln, wie sich Sharing Organisationen im Diskurs positionieren und welche Beziehungen in dem Feld bestehen, sammeln die AutorInnen relationale Daten und Daten aus den Selbstdarstellungen von Organisationen. Das beobachtete Netzwerk an Organisationen zeigt, dass die Sharing Economy ein Themenfeld ist. Im Kern des Themenfeldes sehen die Autoren Strukturen eines Organisationalen Feldes. Überraschenderweise ist es kein organisationales Feld der Sharing Economy. Stattdessen ist es ein Feld von Organisationen, die die Entstehung neuer Organisationsformen vorantreiben und damit Wandel in bestehenden Feldern und Industrien fördern. Die Autoren beobachten damit eine neue Feldkonfiguration, die sie als „disruptives Feld“ bezeichnen. Dieses Feld ist weniger nach innen gerichtet als andere Felder und viel mehr darauf ausgerichtet, Strukturen und Dynamiken in anderen Feldern zu verändern. Während der Dotcom-Blase unterstützte es Internet Start-Ups; dann machte es Web 2.0-Plattformen populär; und jetzt werden Start-Ups in der Sharing Economy legitimiert und gestärkt. Bisher wird besondere Aufmerksamkeit dominanten Modellen wie Airbnb oder Uber zuteil. Mit diesen Ergebnissen, tragen die Autoren zur neo-institutionalistischen Forschung zu Feldkonstellationen bei und dazu, das Phänomen der Sharing Economy und mögliche Entwicklungen besser zu verstehen.

Publikation

Wruk, D., Schöllhorn, T., & Oberg, A. (2020). Is the Sharing Economy a Field? How a Disruptive Field Nurtures Sharing Economy Organizations. In I. Maurer, J. Mair, & A. Oberg, Theorizing the Sharing Economy: Variety and Trajectories of New Forms of Organizing (pp. 131–162).

Link zur publication

https://www.emerald.com/insight/content/doi/10.1108/S0733-558X20200000066007/full/pdf?title=is-the-sharing-economy-a-field-how-a-disruptive-field-nurtures-sharing-economy-organizations


06.04.20


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Dr. Achim Oberg
Prof. Dr. Dominika Wruk
Tino Schöllhorn