Mitarbeiter als Ressource in Familienunternehmen



Familienunternehmen haben den Ruf, flache Hierarchien, ein vielfältiges Aufgabenspektrum und persönlichen Kontakt zur Unternehmensleitung zu bieten.
Trotzdem stehen sie als Arbeitgeber oft nicht im Blickpunkt der Bewerber, vor allem nicht im akademischen Bereich. Was macht Familienunternehmen für Fachkräfte attraktiv? Das ifm Mannheim geht in diesem Forschungsfeld der Frage nach, wie sich Familienunternehmen am Arbeitsmarkt gegenüber anderen Unternehmen auf dem Arbeitsmarkt positionieren können und ob ihr Image im  „war for talents“ zum entscheidenden Pluspunkt wird.
 
Neben dem Arbeitgeberimage untersucht das ifm Mannheim, welche Möglichkeiten Familienunternehmen haben und nutzen, um Mitarbeiter und Fachkräfte langfristig an sich binden? Fühlen sich die Mitarbeiter in Familienunternehmen wohler und wenn ja woran liegt das? Wie gestaltet sich die Arbeitsumgebung in Familienunternehmen und was macht die Arbeit in diesen Unternehmen besonders interessant?
 
Mittelständische Unternehmen gelten im Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeiter und Führungskräfte gegenüber Konzernen als benachteiligt. Oftmals können sie bei den Gehaltsvorstellungen nicht konkurrieren und die Karrieremöglichkeiten gelten als begrenzt. Sie können nur eingeschränkt institutionalisierte Personalentwicklungsmaßnahmen anbieten. Weiterhin sind sie in der Mehrzahl der Fälle in der Öffentlichkeit nicht so bekannt wie die großen Publikumsgesellschaften, die einen wesentlich größeren Aufwand für Public Relation Maßnahmen betreiben. Auf der anderen Seite haben Familienunternehmen jedoch in ihrer Heimatregion oft einen großen Bekanntheitsgrad, den sie durch gesellschaftliches Engagement und auch durch die Übernahme von Verantwortung in den Kommunen positiv beeinflussen können. Die Rolle als Ausbildungsbetrieb kann in diesem Zusammenhang ein entscheidender Impuls sein. Vor allem in ländlichen Regionen können Unternehmen, die diese Karte gut spielen, durchaus Vorteile bei der Mitarbeiterrekrutierung haben. Das ifm Mannheim hat diesen Punkt bereits in einigen Forschungsarbeiten untersucht und dabei die besonderen Bedingungen und Potenziale dieser Unternehmensgruppe berücksichtigt.
Ein weiterer Fokus liegt auf den besonderen Arbeitsbedingungen in mittelständischen Familienunternehmen, die nicht nur Mitarbeitern eine besondere Arbeitsatmosphäre und vielfältige, ganzheitliche Aufgabenfelder aufzeigen, sondern auch für Führungskräfte reizvolle Perspektiven bieten. Im Rahmen der sich ändernden Ansprüche an die Lebens- und –Arbeitswelt vor allem bei den jüngeren Fachkräften, Stichwort Work-Life-Balance, werden sich in Zukunft neue Chancen für Unternehmen eröffnen, die ihre Vorzüge ins entsprechende Licht rücken können. Für Familienunternehmen bedeutet dies u.a. auch eine Verbesserung der medialen Präsenz. Wenn alle diese Möglichkeiten ausgeschöpft werden, können mittelständische Familienunternehmen bei der Rekrutierung von Fachkräften durchaus mit den großen Konzernen mithalten.
Als zweiter Forschungsschwerpunkt in diesem Kontext wird die Mitarbeiterbindung in Familienunternehmen untersucht. Diese bieten durch die enge Verzahnung von Eigentümerunternehmern und Geschäftsführung oft ein besonderes Arbeitsumfeld, das den Bedürfnissen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in besonderer Weise Rechnung trägt. Der Chef als Kümmerer auch bei persönlichen Sorgen und Problemen wird in Gesprächen mit Arbeitnehmern in Familienunternehmen immer wieder betont. Dies führt oft zu langlebigen Arbeitsbeziehungen zwischen Mitarbeitern und Unternehmen, die insbesondere in Familienunternehmen durch die nachhaltige Unternehmensstrategie der Unternehmerfamilie unterstützt wird. Ein besonderer Forschungsaspekt, den das ifm bereits in mehreren Studien berücksichtigt hat, liegt deshalb im Zusammenspiel der beiden sozialen Systeme Familie und Unternehmen.
Gerade dieses Forschungsfeld erfordert neben den theoretischen Überlegungen und  statistischen Auswertungen einen direkten Kontakt mit den Menschen im Unternehmen. Darunter fallen Gespräche und Interviews mit den Mitarbeitern, den Führungskräften und Unternehmern, sei es aus der Unternehmerfamilie oder von extern.
 

Projekte zu diesem Thema

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Publikationen

Das Verhältnis von familieninternen geschäftsführenden Gesellschaftern und externen Geschäftsführern (25.11.13)
Ergebnisse zur Studie "Das Verhältnis von familieninternen geschäftsführenden Gesellschaftern und externen Geschäftsführern", die die Forschungsgruppe Familienunternehmen des ifm Mannheim gemeinsam mit der Unternehmensberatung Gabriela Jäcker GmbH erstellt hat. mehr...
Mitarbeiterbindung in mittleren Unternehmen mit und ohne Familieneinfluss (05.06.12)
Jan-Klaus Tänzler, Detlef Keese, Annegret Hauer
in: Jahrbuch der KMU-Forschung 2012. Personalmanagement in kleinen und mittleren Unternehmen, S. 243 - 274
Hrsg.: Jörn-Axel Meyer,
ISBN 978-3-8441-0146-1
Ausbildungsbeteiligung als Element einer nachhaltigen Unternehmensführung in mittelständischen Familienunternehmen (01.07.11)
Artikel von Jan-Klaus Tänzler, Detlef Keese und Annegret Hauer
erschienen in:
Jahrbuch der KMU-Forschung und -Praxis 2011
Nachhaltigkeit in kleinen und mittleren Unternehmen
S. 165-182
Eul 2011, ISBN 978-3-8441-0042-6
Studie zum Ausbildungsverhalten in Familienunternehmen veröffentlicht (04.11.10)
Detlef Keese, Jan-Klaus Tänzler, Annegret Hauer:
Die Wahrnehmung gesellschaftlicher Verantwortung in Familien- und Nicht-Familienunternehmen
ZfKE Heft 3/2010, S. 197-225 mehr...

Vorträge

Two ifm articles accepted for presentation at Family Enterprise Research Conference (FERC) 2014, Portland (USA) (01.05.14)
The dissertation project "Facilitator or Chock Block - Are CEO Predecessors really Inhibitors to Organizational Change?" of Jan Zybura and the article "Inside CEO Successions in Family Firms: Should the Predecessor Stay Active or Cultivate Roses?" (by Jan-Philipp Ahrens, Michael Woywode, and Jan Zybura) were accepted for presentation at the FERC 2014 meeting of the family business research community. The Family Enterprise Research Conference will take place in June 6-8, 2014, in Portland (USA). It was founded to develop a community of scholars interested in conducting research into understanding family firms and creating usable knowledge in this field. This forum enables scholars to design and develop research projects that are theoretically sound, empirically accurate, and of practical significance to family firms. Plenary speeches will be held by Pramodita Sharma, University of Vermont, and Ritch Sorenson, University of St. Thomas.
 
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